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Dumpfbackenblick – eine vorläufige Bestandsaufnahme!

DSC_0023 Boulder Nr. 9; Photo Credit: Archiv Horst Jobstraibitzer

 Mein Handy läutete, als ich gerade neben meinem Chef im Auto saß, auf dem Weg zu einem Geschäftstermin.

„Hey Horst!" sprudelte Pauls Stimme aus dem I-Phone.

„Wir sind am Weg zum Fickerplatzl. Kommst du auch?"

Mein Chef zog irritiert die Augenbraue hoch und ich sank im Ledersitz ein gutes Stück tiefer.

„Ähm Paul. Ich bin grad mit meinem Chef im Auto unterwegs!"

Kurze Stille.

„Upps!"

Kurze Stille.

„Dann kommst du wohl nicht!" stellte Paul fest.

„Nein. Aber viel Spaß euch am Fi… ähhh Dumpfbackenblick."

Ich legte auf. Mein Chef weiß, dass ich klettere. Ich nehme an, er ging vom Besten aus. Jedenfalls fragte er nicht weiter nach.

Der geniale Boulderspot Dumpfbackenblick" bei Peggau wurde vor etwa 20 Jahren vom unermüdlichen Grazer Bergland Pionier Joe Daxbacher entdeckt und in mühevoller Arbeit freigelegt und geputzt. Seitdem gehört das Massiv an der Ostflanke des Kugelsteins zu den besten Boulderfelsen zwischen Graz und Mixnitz. Den Namen hat es von der direkt gegenüber, an der anderen Talseite, liegenden Badlwandroute „Dumpfbacke (7b+)."

Mancher meint, es sei ihm zu laut aufgrund der darunter vorbeiführenden Schnellstraße S35.

Mir persönlich macht das aber nichts aus. Im Normalfall höre ich den Straßenlärm gar nicht mehr.

Der kurze (aber mörderisch steile) Zustieg und die günstige Ausrichtung sind Argumente die der Lärmbelastung entgegensprechen und aufgrund der Tatsache, dass man dort von September bis Mai lässig bouldern kann, wurde das Gebiet zu einem der beliebtesten Treffpunkte der steirischen Boulderszene.

Das Absprunggelände ist perfekt eben, sodaß man auch allein, ohne Spotter und mit nur einem Crashpad bewaffnet ziemlich gefahrlos an seinen Projekten arbeiten kann.

Der „Dumpfbackenblick" hatte seine Blütezeit zwischen 2005 und 2015 und erst in letzter Zeit wurde es etwas ruhiger um ihn.

Ich möchte hier einmal eine vorläufige Bestandsaufnahme machen und hätte die Bitte an die Leser, Ihr Wissen einzubringen um ein möglichst lückenloses Topo dieses tollen Massivs zusammenstellen zu können.

Als Dank wäre ich bereit, einige Geschichten rauszurücken. Warum ich dort zum Lebensretter wurde zum Beispiel oder warum der Felsen bereits dreimal mit Kuhscheiße einmargariert wurde. Für die ganz Neugierigen unter euch gibt´s dann auch noch eine Erklärung warum das Massiv zwei Namen hat…


Topo von Christian und Robert Brandner (C) Chalkbag.at

Zum Topo gäbs folgende Erweiterungen zu erzählen:

Im Bereich 1 und 2 bin ich über die Jahre insgesamt 14 definierte Boulder (6a bis 6b+) geklettert. Da kann man sich im moderaten Schwierigkeitsbereich wirklich eine Weile beschäftigen.

3 ist inzwischen der Klassiker „Jobstraibitzer so haßt kana" geworden. Zu diesem Boulder gibt es zwei Einstiegsverlängerungen. Die eine startet ganz hinten in der Höhle. (7c+). Eine nochmalige Erweiterung „Pink Panther" hat denselben Start wie die „Wölfe" und leitet nach links in die erste Verlängerung. (7c+/8a??).

Zu 3 gibt es noch einen linken Ausstieg mit Ausspreizen an die linke Wand. Links hält man einen Untergriff im Dach. Die rechte Hand erreicht weit oben einen guten horizontalen Schlitz. (7b+), (Hari Eglauer)

Einstieg 4 und weiter linkshaltend durch die Wand ist ein Boulder von Paul Rechberger (8b??).

5 heißt „Begrabt die Wölfe in der Schlucht."

Den oberen Teil der Wölfe ab dem Zweifingerloch mit links kann man als Stehstart in drei verschiedenen Varianten klettern. (6a bis 6c).

Mit diesem Stehstart kann man auch an Auflegern bis zum Topgriff von 2 nach links traversieren (7b).

„Fighting with a crocodile" (8a+) ist eine Erweiterung der „Wölfe" durch Markus Jantscher wo man ab den beiden Auflegern nicht mehr in das Zweifingerloch schnappt sondert gleich nach rechts traversiert zum Ausstieg des „Schafs".

„Das Schaf im Wolfspelz" (8a) startet gleich wie die "Wölfe" und zweigt vor der Crux nach rechts ab. (Paul Rechberger).

6 ist für 6c+ richtig schwer. Klettert man, ohne auf den Vorbau zu steigen, gleich in den „Bug" 7 dann heißt das „Schokospiele mit Anja" (7b).

7 toppt man mittlerweile aus. An 6c ändert sich nichts. Möglicherweise ist es insgesamt eher 6b als 6c.

7 ohne die nachgebesserten Griffe dafür an den kleinen Leisten ist 7c.

Vom Starthenkel 10 nach links zum Ausstiegsgriff von 9, (erlaubte Griffreihe auf Höhe des Zweifingerloches), ist eine 6c+ Traverse.

Von Stefan Endler stammt die Kombi 6+7+8 wobei der Henkel am Ende von 7 wegdefiniert wurde. „Gipfelzipfler" 7a/b. Ich glaube, dass es eine reine 7b ist.

8 ist ein genialer Boulder, mittlerweile mit Liegestart. (7b+). Linke Hand Untergriff, rechte Hand senkrechtes Schlitzloch, rechter Fuß Toehook im Loch ganz hinten.

9 wird mittlerweile als Liegestart (siehe 8) geklettert. (7a). Hierzu gibt es eine rechte Variante mit Sprung (7a) sowie eine Variante links ohne Zweifingerloch (7b).

10 ist mittlerweile geklettert (7c).

Ob die Kombi 9+10 bereits geklettert wurde, kann ich nicht sagen. (8a).

Falls jemand etwas zu berichtigen bzw. hinzuzufügen hat – bitte melden. 

Ort (Karte)

Bouldern beginnt dort, wo der Körper nein sagt.
Viertes CLIMBING.PLUS Adventpackage 2018
 

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