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Mixtour am Gr.Beilstein, Hochschwab

​Derzeit liest man ja ständig nur von neuen Eisklettereien im Hochschwab. 

Ich sehne mich aber viel mehr nach sonnigem Gebirgsfels...
...nagut, dann werde ich halt etwas in mich gehen und vor mich hin träumen...


...es ist anfang september und die letzten arbeitstage(wochen) waren (wie eigentlich eh meistens) sehr fordernd. körper und geist schreien nach einer genusskraxelei. der wetterbericht fürs wochenende spielt tatsächlich mit und wir überlegen welche tour es werden soll. 

hochschwab südwand fällt weg weil zu weit zum gehen (sagen die damen), 

wetzsteinplatten fallen weg weil zuviel menschen (sagen wir alle), 

festlbeilstein fällt weg weil zuwenig klettern (sage ich), 

höllmauer fällt weg weil andere gebiete besseren fels liefern (sage ich), 

stangenwand fällt weg weil zu lang und alpin für einen genusstag (sagt die nixtuerin), 

... ja da bleibt net viel übrig...hmmm...dann wirds eben wiedermal einer unsrer klassiker - die Ostkante am Gr. Beilstein! da sagen wir alle JA, das war bisher immer schön!

wir starten bei bodenbauer und geniessen vom ersten moment an den tag

nach einer kleinen wanderung durch das rauchtal sind wir am wandfuss und machen eine genüssliche pause.

zum starten haben wir uns die ersten eineinhalb seillängen der route AliBaba-reloaded ausgesucht und liegen nun vor den einstiegsrillen.

​knackiger start, auch wenns nur ein 5er ist. aber wahrscheinlich hätte ich hosenschisser net links im einfachen gelände starten sollen sonder gleich rechts in den rillen...egal, fesch und machbar ist es auch so.

​der start in die zweite länge beginnt steil und plattig.

noch vor dem ersten zwischenbolt gibt es eine sanduhr welche ich beschlinge und dann zum start der Ostkante nach rechts quere. perfekter fels!

​die erste länge der Ostkante ist wie immer ein genuss, nur kommt hier um diese zeit keine sonne an den fels und es ist kühl.

kaum am stand angekommen laufen mir die damen auch schon nach. das habe ich gerne :-)

​die letzten meter zum stand - spannend wie sich jeder seine eigene linie in diesem tollen fels sucht.

ebenso die letzten meter zum stand , aber eben 2-3 meter weiter drüben, alles ist kletterbar und schön, und es gibt nur wenige zwischensicherungen die einen bei der eigenen wegwahl einschränken.

noch eine schöne plattenstelle bevor wir vor der ersten kurzen gehpassage sind.

ich entscheide mich hier für die letzte seillänge von AliBaba-reloaded und gegen die ostkante links daneben. von den damen höre ich worte wie 'nass' oder 'überhängender wuzzel' weiss aber nicht was sie mir damit sagen wollen

die nächste gehpassage liegt vor uns, der einfachheit halber verkürzen wir nur gschwind das seil und spazieren rauf zu höhle, durch diese durch und dann hinunter richtung einstieg des Kl.WestPfeilers.

die letzten abschüssigen plattenmeter vor dem stand-bolt sind wie immer nass und rutschig. an der sanduhr darüber hänge ich gschwind einen hms ein und sichere die damen die wenigen meter hinunter. sicherheit ist mir wichtig!

im netz findet man ein topo dieser tour, wobei mir bewertung und topo im Auferbauer-führer besser gefallen, ich mag sowieso alte beschreibungen.

die querungslänge ist harmlos, zwei-drei gutgriffige züge hinauf zu einem bühler und schon 'geht' man an einer rostgurke vorbei hinüber zum nächsten bühler und nach einem kleinen schritt hinunter ist man schon am stand welcher aber sehr luftig ist!

​der charakter der kletterei hat sich geändert, ab hier ist es steil und ausgesetzt, der fels ist nicht mehr ganz so rauh wie vorher, man muss schon ein bisserl mitdenken. aber es gibt einige rostgurken und zur not lässt sich auch immer wieder mal was mobiles unterbringen. die standplätze sind jedenfalls alle saniert!

'west'-pfeiler bedeutet jedenfalls nachmittagssonne :-) herrlich!

der tiefblick ist einfach toll, und das in der zweiten seillänge einer tour!

und schon gehts in die letzte länge...kurz habe ich überlegt rechts davon die letzte länge des Raketenpfeilers auszusteigen, wurde aber überstimmt...

...ein steiler fescher riss führt zu einem bühler unter der superschönen ausstiegswasserrille

bei traumhaften wetter steigen wir aus und spazieren die letzten meter zum gipfel.

ich gratuliere meinen seilpartnerinnen zu ihrer kletterei und bedanke mich für den schönen klettertag!

in der sonne sitzend wird gejausnet und die aussicht genossen. drüben am wetzsteinkogel, von wo wir vorher mehrfach 'stand'-schreie usw gehört haben, ist es jetzt auch schon ruhig geworden.

nach einem gschwinden abseiler entscheiden wir uns erstmals nicht über die Ostschlucht abzusteigen, sonder spazieren den hügel hinauf zur hochebene...

...und über die Häuslalm runter zum Bodenbauer bei dem wir dann noch liebe freunde getroffen haben.

dieser tag war ein schöner sommerabschluss!

​Schön ist es wenn man in Erinnerungen schwelgen kann, bis der Schnee aber die Gebirgswände wieder für eine Genusskraxelei frei gibt wird es wohl noch etwas dauern...

Ort (Karte)

Hochschwab, 8621 St. Ilgen, Österreich
„Gedanken eines Boulderers“
First Ascent: „Little HULK“ von Patrick Gollnhuber...
 

Kommentare 4

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Horst Jobstraibitzer am Freitag, 15. Februar 2019 15:42

Voll lässige Story. Nur der Einstieg über AliBaba macht mich stutzig. Ist der nicht voll schwer? Ich kann mich an wackelige Aufsteher im Siebenergelände erinnern. Jedenfalls hab ich damals meinen Traum von der ersten Wiederholung nach dieser Seillänge mit schlotternden Knien begraben und bin, so wie ihr, über die Ostkante und den kleinen Westpfeiler zum Gipfel gekraxelt. Übrigens- die links daneben verlaufende "Zwischen Kamin und Kante" liebe ich heiß.

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Voll lässige Story. Nur der Einstieg über AliBaba macht mich stutzig. Ist der nicht voll schwer? Ich kann mich an wackelige Aufsteher im Siebenergelände erinnern. Jedenfalls hab ich damals meinen Traum von der ersten Wiederholung nach dieser Seillänge mit schlotternden Knien begraben und bin, so wie ihr, über die Ostkante und den kleinen Westpfeiler zum Gipfel gekraxelt. Übrigens- die links daneben verlaufende "Zwischen Kamin und Kante" liebe ich heiß.
nixtuer am Freitag, 15. Februar 2019 15:51

danke,

hähähä weisst eh - was für den einen voll schwer ist kann für den anderen purer genuss sein ;-)

aber schau dir das verlinkte topo an. die tour wurde vor einiger zeit saniert und nach unten und oben verlängert, das heisst wir hatten keinen wackligen 7er-aufsteher.
unser schlimmster aufsteher war an diesem tag um 5uhr nach dem wecker zuhause im bett

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danke, hähähä weisst eh - was für den einen voll schwer ist kann für den anderen purer genuss sein ;-) aber schau dir das verlinkte topo an. die tour wurde vor einiger zeit saniert und nach unten und oben verlängert, das heisst wir hatten keinen wackligen 7er-aufsteher. unser schlimmster aufsteher war an diesem tag um 5uhr nach dem wecker zuhause im bett :p
Bettina Schenekar am Freitag, 15. Februar 2019 19:15

Ach, das war auch wieder mal so ein Traum-Tag, an den man an einem Februar-Tag sehr gerne zurückdenkt und die schönen Erinnerungen daran genießt! Danke euch dafür! 😍😍😍

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Ach, das war auch wieder mal so ein Traum-Tag, an den man an einem Februar-Tag sehr gerne zurückdenkt und die schönen Erinnerungen daran genießt! Danke euch dafür! 😍😍😍
nixtuerin am Freitag, 15. Februar 2019 21:22

ei, ei, ei ... da kommen erinnerungen hoch
sonne und fels ist eine perfekte kombination, auch wenn ich in diesem fall erst beim betreten der firma am nächsten tag gemerkt habe, dass ich durch die tour keine kraft verloren, sondern dazugewonnen habe

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ei, ei, ei ... da kommen erinnerungen hoch ;) sonne und fels ist eine perfekte kombination, auch wenn ich in diesem fall erst beim betreten der firma am nächsten tag gemerkt habe, dass ich durch die tour keine kraft verloren, sondern dazugewonnen habe :o