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Black Diamond Vector - Testbericht

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Redaktion Aktualisiert 14 Januar 2019
Orange ist zwar nicht meine Farbe, aber gut zu sehen. Für die Bergrettung.

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Hersteller

Als Kletterer, der eher dem Bouldern und Sportklettern zugeneigt ist, braucht man ja selten einen Helm. Aber sobald man mit dem Seil unterwegs ist, kitzelt es einen auch zwischendurch etwas Längeres zu gehen, also Mehrseillängenrouten. Da diese eher mit Gefahren wie Pendelstürzen oder Steinschlag aufwarten, ist eine Invalidenversicherung in Form eines Kletterhelms keine Fehlinvestition. Natürlich empfehle ich auch jeder und jedem beim Sportklettern einen Helm zu tragen, aber diejenigen die in längeren Routen unterwegs sind und keinen Helm tragen, haben entweder einen Vogel oder nix zu verlieren - so oder so ist das “a blede Gschicht”!

Mein geliebter Petzl Elios, den ich getrost als meinen Glückshelm sehe, hat rund 7 Jahre sporadischen Einsatz hinter sich und trotzdem einige Schrammen abbekommen, Aufkleber überdecken ein paar, und die Riemen sind auch schon das ein oder andere Mal vollgeschwitzt und -gedreckt worden, also ein wenig unansehnlich der Gute.

Was bei diesem Helm als Erstes auffällt, sind die immens großen und zahlreichen Lüftungsschlitze, die wirklich für eine ausgezeichnete Ventilation sorgen. Das heißt, er ist ein ideales Ding für heiße Sommertage, oder für kühle Tage, wenn’s einem heiß aufsteigt, weil man sich gerade in einer wackligen Position über dem letzten Haken befindet. Als ich ihn das erste Mal in die Hände genommen habe, war mein erster Gedanke “Wow! Ist der leicht!”, und genau das ist seine Stärke sowie eine seiner Schwächen.

Das Gewicht laut Küchenwaage macht in der kleinen Version ungefähr 235g aus, das ist nur geringfügig mehr als ein Kapperl und ein großer Pluspunkt der Inmold-Helme. Diese bestehen innen aus einem sehr festen Schaumstoff, welcher durch eine Schale außen geschützt wird. Dies ist heutzutage eine der gängisten Helmbauweisen neben den Hybridhelmen - meiner Meinung nach. Hartschalenhelme sieht man kaum (vielleicht bei den Klettersteiggehern…) und reine Schaumstoffhelme wie z.B. der Petzl Scirocco sind nun mal extrem schnell beschädigt.

Der Unterschied zu den Hybridhelmen ist vor allem die Stärke der Schale außen drauf und die ist beim Vector wirklich sehr dünn ausgefallen. Dies erklärt das geringe Gewicht, sie hält aber auch weit weniger aus als mein alter Helm, der Petzl Elios. Ich hatte sogar das Glück einen kleinen Stein abzukriegen (unabsichtlich!) und die Außenschale war prompt beschädigt (siehe Foto) und man merkt eine kleine Delle am Helm. Auf Langlebigkeit ist dieses Modell, aus meiner Sicht, nicht ausgerichtet, aber noch leben wir nicht in einer Postwachstumsökonomie sondern im allerfeinsten Neoliberalismus und da heißt’s nun mal konsumieren Leute, konsumieren!

Und jetzt kommt das ABER: der Tragekomfort dieses Leichtgewichts spricht wirklich für sich. Man spart sich Gewicht beim Zustieg, beim Abstieg und natürlich während dem Klettern, wenn man öfters den Kopf bewegt oder lange nach oben schauen muss während des Sicherns. Das subjektive Sicherheitsempfinden ist etwas geringer als bei einem massiveren Modell, jedoch sind alle Kletterhelme, die für diesen Sport zertifiziert sind, ausreichend um bei herabfallenden Steinen und diversen Aufprallern gut zu schützen. Der Kinnriemen ist sehr schlank ausgefallen und jetzt am Anfang noch sehr weich. Ich denke, das wird sich noch ändern, wenn er die ersten Milliliter Schweiß aufgesogen hat und ja, es gibt dann noch einen negativen Punkt. Die Größenverstellung ist während dem Klettern zwar leicht möglich, jedoch fast unmöglich zu dosieren. Soll heißen, wenn man die Innenanpassung schnell größer machen will, ist der Helm dann zu locker, will man ihn wieder etwas kleiner machen, ist das Plastik zu wenig steif und man muss mit der zweiten Hand dazugreifen, um die richtige Einstellung zu finden. Mein Tipp daher: die Anpassung an euren Kopf immer gut vor dem Einstieg vornehmen.

Fotos

Verstellsystem - Haare ausrupfen inklusive
Kleines Steinchen und gleich eine Delle
Verstellsystem: einfach, aber nicht einfach mit einer Hand zu bedienen

Feedback

1 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
3.8
Preis / Leistung 
 
4.0  (1)
Qualität 
 
4.5  (1)
Handling 
 
3.0  (1)
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Superleicht mit Abstrichen
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3.8
Preis / Leistung 
 
4.0
Qualität 
 
4.5
Handling 
 
3.0
Ein superleichter Helm mit ausgezeichneter Ventilation, auf den man allerdings aufpassen muss. Das heißt, beim Zustieg muss der Helm im Rucksack Platz finden, denn ein Anstreifen am Fels kann sehr schnell unschöne Beschädigungen hervorrufen. Das Haare ausrupfen habe ich auch (trotz verjüngender Begleiterscheinung) als unangenehm wahrgenommen, aber die Passform ist für meinen Schädel ganz ausgezeichnet und die Polsterung innen drinnen ebenfalls ausreichend. Im Endeffekt ist es aber wie mit Kletterschuhen, man muss das Modell nehmen, das einem passt.
Preislich ist das Gerät mit ca. 95€ nicht ganz billig, vor allem wenn man es mit Hybridhelmen vergleicht, die doch wesentlich günstiger zu haben sind, aber für Leichtgewichte muss man ja immer etwas tiefer in die Tasche greifen.
Vorteil:
+Superleicht
+Passform
+Belüftung
Nachteil:
-Robustheit
-Größenverstellung
-Haare verfangen sich in der Größenverstellung
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