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Moon - Warrior Crashpad im Praxistest

Redaktion
Aktualisiert 14 Januar 2019
 
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Moon Warrior Crashpad

Erhältlich bei

Bergfreunde.de
Bergfreunde Outdoor-Store

Produkt Infos

Hersteller

So liebe Festgemeinde, es liegt nun an mir die Schwachstellen dieses Pads zu finden bzw. meine positiven und negativen Eindrücke euch mitzuteilen. Meine Odyssee ging los mit einer Isomatte, dann einem Crashpad von Northland, weiter zu meinem ersten Moon Warrior (heißgeliebt!), ein Black Diamond Impact, ein PAD (ja, die Firma heißt so…), ein MadRock R3, ein Edelrid Mantle, ein Beal Triple Air light, irgendein Metolius, aber ich war nie so richtig zufrieden, deshalb musste mal wieder eine Moon Matte her!

Das Crashpad zählt zu den mittleren Pads mit 130x100x11cm - wirkt aber größer und die Dicke bietet auch tolle Reserven bei größeren Höhen, was einen nicht unwesentlichen Eindruck bezüglich der Sicherheit hinterläßt. Man fühlt sich einfach sicherer je dicker und widerstandsfähiger die Matte ist, umso weniger denkt man über den Fall eines Falles nach! Und wegen der Größe, ja es macht einen Unterschied ob es 180cm oder 130cm lang ist, schließlich sind das 50cm - also bedenkt auch, dass eine mittlere Matte aus größere Höhe etwas kleiner wirkt und eventuell nicht so leicht zu treffen ist. Ich habe es auch mit einem Mondo verglichen (siehe Fotos), wo ihr den Größenunterschied erkennen könnt. Besser man hat noch ein zweites Pad im Gepäck ist daher meine Empfehlung!

Der Vorteil ist natürlich: Geht man damit durch den Wald, bleibt man nicht so oft hängen wie mit breiteren Matten, hier ist das mittelgroße Taco-Pad klar im Vorteil. Apropos Taco, ihr wisst schon, das sind Matten ohne Falz in der Mitte, das heißt es wird mit größerem Kraftaufwand zusammengelegt - Moon Climbing hat sich hier einige gute Gedanken dazu gemacht!

So liegt der geschlossenzellige Schaumstoff an der Außenseite der Biegung, das heißt die harte Schicht wird nicht so sehr geknautscht und bleibt damit länger fest - was sie auch soll! Endlich ein Hersteller der das auch behirnt hat. Die Unterseite des Pads ist partiell mit Gumminoppen beschichtet, damit es rutschsicherer wird - dies trifft vielleicht auf Felsen zu, aber am Waldboden flutscht diese Matte dahin wie Schmidt’s Katze, und ihr wisst was das heißt, jaaa das wisst ihr!

Allerdings empfehle ich das Pad wirklich geöffnet zu lagern (unterm Bett, im Keller, wo auch immer ihr Platz habt) damit der Schaumstoff nicht die ganze Zeit strapaziert wird, schließlich wollt ihr ja länger etwas von der Matte haben. Das ist zwar etwas umständlich, jedoch hat dieses Pad dann auch keine Schwachstelle! Kein Falz in den ihr fallen könnt, euch eure Knöchel zerreißen oder eure Sehnen überdehnen werdet - zugegeben, so etwas habe ich noch nie gesehen in den Jahren in denen ich bouldern gehe, weder bei mir noch bei anderen, aber hey, besser es passiert einfach niemandem.

Der Schaum, das Innenleben, das Zeug das euch und euren Körper vor einem Sturzfaktor 2,0 beim bouldern beschützt, der ist nach einem Monat noch immer so wie er sein soll: FEST! Wie er sich nach 6 Monaten und einem Jahr vehält, könnt ihr hier dann nachlesen. Rückenklatscher aus niedrigen Überhängen können euch schon einmal die Luft aus den Lungen drücken, aber dafür ist dieses Pad auch nicht gemacht, viel mehr will es euch sicher aus größeren Höhen fangen und hier spielt es seine ganze Stärke aus! Durch die Dicke von 11cm hat man genug Reserven um nicht durchzuschlagen im Gegensatz zu Pads die lediglich 9cm dick sind - natürlich ist das Ende der Fahnenstange auch irgendwann erreicht, aber dies dauert wesentlich länger!

Das Gewicht hält sich ebenso in Grenzen mit 7kg und auch längere Zustiege lassen sich damit leicht bewältigen und da es ein Taco ist, könnt ihr im Inneren auch Rucksack, Kamera, Stativ, Pullover, Jacke usw. verstauen. Das Tragesystem ist zwar wie bei den meisten Pads nicht überragend, aber hier definitiv ausreichend um auch schwerere Lasten zu transportieren, der Hüftgurt ist dann wirklich nur ein Gurt ohne Flosse, aber als Boulderer geht man auch keine Gewaltzustiege ;-)

Für schnelle und kurze Ortswechsel kann man die Matte einfach mit einer Schnalle zusammenzurren und mit den Trageschlaufen schnell irgendwohin tragen. Solltet ihr allerdings weiter als einige Meter gehen müssen, braucht ihr entweder einen anständigen Bizeps oder ihr schultert sie dann doch lieber!

Dem geneigten Leser wird jetzt schon aufgefallen sein, dass die harte Schicht des Pads außen ist, das Tragesystem allerdings auch außen angebracht ist, was von anderen Pads bekannt ist, aber immer wieder zu Verstrickungen und ungewollten Umfallern nach einem Sturz führen kann. Und auch da war Moon Climbing ein Vorreiter und hat einfach einen Flap angebracht, mit dem man das Tragesystem abdecken kann. Das war bei meinem ersten Warrior schon so und hat sich so bewährt, dass auch andere Hersteller wie z.B. Revolution oder MadRock dies übernehmen - two thumbs deluxe dafür!

Der Flap hat jetzt auch einen Schuhabstreifer, der allerdings eher an Filz erinnert, das heißt die Schuhe werden nicht sonderlich sauberer, dafür haften alle möglichen Nadeln, Moosgewächse, frisch geschnittene Zehennägel und alles was so kreucht und fleucht an diesem Filz. Nun ja, was soll ich sagen, meckern auf hohem Niveau ist das! Da ich meistens etwas mehr Material mit mir herumschleppe, zurre ich das Pad schon recht fest zu mit den 3 Verschlussschnallen aus Aluminium, das auch 1A geht, allerdings hoffe ich das die Nähte hier lange halten werden, sonderlich stabil wirken diese gerade an dieser Stelle nämlich nicht, aber ich hoffe ich irre mich. Was bleibt ist DIE Matte im Mittelklassesegment. Soll heißen ansprechende Größe, anständige Dicke, leicht zu handeln und gut zu tragen, sehr gut durchdacht mit einer überdurchschnittlichen Verarbeitung - dafür mit fast 200,- etwas teuer meiner Meinung nach. Natürlich habe ich eine wahnsinnige Freude mit diesem Crashpad, aber wenn ihr etwas Extra-Kohle habt oder ihr es zufällig irgendwo billiger bekommt dann besorgt euch gleich das Saturn Modell.

Fotos

Größenvergleich mit einem Black Diamond Mondo
Aus niedrigen Höhen ist der Aufprall etwas unangenehm - besser mehr anreissen!
Auf Grund ihres geringen Gewichtes und den vielen Tragemöglichkeiten kann sie auch sehr flexibel eingesetzt werden
Bei Highballs wird sie sehr schnell sehr klein.
Bei Blöcken mittlerer Höhe ist sie perfekt.
Moosfilz

Bewertungen

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