Das KraxlBoard aus Südtirol im Praxistest

Bettina Schenekar
Aktualisiert 09 März 2020
 
3.8 (1)
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Südtiroler Griffboard

Produkt Infos

Hersteller

Erhältlich bei

Trainingsboards findet man mittlerweile von einigen Anbietern. Und wieder gibt es einen mehr: Das sogenannte “KraxlBoard” ist nun neu auf den Markt gekommen. Entwickelt wurde das Griffboard von Georg Oberrauch, Tischlermeister und Fitnesstrainer aus Südtirol. Wir haben das neue Board aus den Dolomiten ausprobiert und wollen euch hier unsere Erfahrungen mitteilen.

Groß ist es nicht, das Paket, das da ankommt, aber schwer! Der erste Eindruck nach dem Auspacken: die Größe des Griffbretts liegt mit 58 x 24 cm im Mittelfeld. Die Verarbeitung ist mal was anderes: Zwar gibt es schon Griffboards aus Holz aber das schichtverleimte Buchenholz ist uns neu! Es stellt sich die Frage, ob diese Verarbeitung im Training nicht zu aggressiv den Fingern gegenüber wird. Auch die Form der Löcher ist teils neuartig, denn diese sind teilweise geschwungen, was uns eher an die Natur erinnert, als die starren geometrischen Aushöhlungen bei den meisten anderen Boards. Man wollte hier etwas Neues probieren, das sieht man. Außerdem ist das Holz aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft und trägt sogar ein Gütesiegel. Das finden wir toll!
Mitgeliefert werden hier ein Zettel mit kurzen Infos und sogar hochwertige Schrauben inklusive Dübel zur Befestigung! In der heutigen Zeit absolut nicht mehr der Standard, also Daumen hoch!

So, nun kommen wir zu den Trainingserfahrungen
Montiert wird das Griffboard bei uns über dem Türstock. Von einer Montage im Freien ist aufgrund des Holzmaterials leider abzuraten, vor allem, wenn der Montageplatz nicht witterungsgeschützt ist. Für den Einsatz im Freien sind dann halt doch die Kunstharzboards besser geeignet. 

Die ersten Berührungen mit dem Board sind mal nicht schlecht: Der Grip ist gut, die Leisten und Löcher abwechslungsreich und das Schichtholz fällt nicht negativ auf, ganz im Gegenteil! Auch eine Bürste kann ihm nicht so schnell was anhaben. Oben am Griffboard sind – laut Hersteller – zwei Henkel zu finden, mit denen man sich so richtig rausschießen kann, wenn in den Fingern nichts mehr geht. Das finden wir aber nicht wirklich: die Henkel sind keine “Henkel” sondern einfach noch zu scharfkantig. Man könnte hier trotz der Griffboardstärke von nur 4 cm sicherlich gute Henkel einbauen, diese sollten dann aber eine hand- und fingerschonende Rundung aufweisen. Sie sind zwar eine gute Trainingsmöglichkeit, aber definitiv nicht die beabsichtigten Henkel, wie es z.B. bei dem 3D Simulator von Metolius der Fall ist. In der Mitte des Trainingsboards findet man einen Aufleger und seitlich eine Möglichkeit für ganze Hartgesottene, um die Schulterpower mittels Zange zu trainieren. Die Anordnung der Vertiefungen passt, wie wir finden, auch ganz gut: Einzig bei den drei Löchern könnte man noch von der Anordnung her nachbessern, denn wenn man die Löcher miteinander kombiniert, hängt man zwangsläufig meistens doch nur an einem Finger. 

Ich persönlich finde die leichte Schräge der einzelnen Leisten super und da ich auch am Campusboard trainiere (wo man ja nur gerade Leisten hat), gefällt mir diese “unebene” Abwechslung sehr gut. Es ist lustig, sich verschiedenste Kombinationen einfallen zu lassen und da die Schrägen der Leisten immer ein wenig anders sind, ist hier ein großer Variantenreichtum vorhanden

kraxlboard-griffboard-and-numbersÜbersicht der Löcher und Leisten
a Henkel
b Aufleger 20 °
c ganz fiese Seitengriffe
1 gute geschwungene Leiste mit unterschiedlichen Tiefen: 15 – 30 mm
2 gute geschwungene Tasche mit 2 verschiedenen Tiefen: 20 – 35 mm
3 etwas geschwungene Leiste, Tiefe: 15 mm
4 gerade abfallende Leiste, Tiefe: 20 mm
5 2 x 3 Fingerlöcher, Tiefe: 35 mm
6 gerade Leiste mit 3 verschiedenen Tiefen: 15, 25 und 35 mm

Zum Thema Chalk
Ich bin leidergottes ein großer Schwitzer (alleine beim Klettervideos ansehen krieg’ ich schon schweißnasse Hände!) und komme beim Klettern nicht ohne Chalk aus. Gerade beim Training am Campusboard oder am Griffboard versuche ich aber, das Chalk so gut es geht zu minimieren. Gerade bei Trainingsgeräten aus Holz ist dies wesentlich leichter: Im Gegensatz zu Plastik ist Holz weitaus dankbarer an der Oberfläche und das Schwitzen wird minimiert! Und sowieso: Holz! Nichts mag ich weniger als dieses Kunstharz-Zeugs, dem man eh im Winter in der Kletterhalle nicht auskommt. Außerdem lässt sich das Holz auch mit Schleifpapier nachbearbeiten, um den Grip zu erhöhen.

Direkter Vergleich mit dem Beastmaker 2000
Im direkten Vergleich zum Beastmaker 2000 bietet das KraxlBoard eine rauhere Oberfläche, was sicherlich auch Sache des Finishings ist. Der untere Radius bei den Beastmaker-Leisten ist größer als der obere, das gefällt uns sehr gut, denn da wurde darauf besonders geachtet, dass das Trainingsgerät Bänder schont. Auch die Fingerlöcher finden wir beim Beastmaker besser, da sie etwas abschüssig sind und von der Größe her einfach besser passen.
Optisch fällt das Beastmaker gleich als wirkliches Hardcore-Trainingsgerät ins Auge, während das KraxlBoard mit seinen geschwungenen Leisten mehr Abwechslung und Kombinationsmöglichkeiten bietet. So wird man am Beastmaker eher statisch hängen und die reine Fingerkraft beanspruchen, während man am KraxlBoard sicher auch dynamische Kombinationen trainiert.

Kurz zum Training allgemein
Griffboard-Trainings sollten immer mit Vorsicht angegangen werden: Immer gut aufwärmen und die Trainingsintensität langsam steigern, sonst droht Verletzungsgefahr!

Fazit
In dem KraxlBoard findet man ein gutes Griffboard, welches sich für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene eignet. Einzig die beiden Henkel sind keine Henkel, da sollte man sich noch eine zusätzliche Trainingsmöglichkeit schaffen. Alles in allem ist das KraxlBoard ein gelungenes Board für das private Trainingszentrum zu Hause!

Produktdetails
Material: schichtverleimtes Buchenholz
Gewicht: 3,5 kg
Größe: 58 x 24 x 4 cm

Fotos

Verpackung mit Anleitung und Schrauben
Das KraxlBoard aus Südtirol im Praxistest
Das KraxlBoard aus Südtirol im Praxistest
Ansicht oben, Henkel und dem Aufleger
Das KraxlBoard aus Südtirol im Praxistest
Das KraxlBoard aus Südtirol im Praxistest
Griffkombinationen
Das KraxlBoard aus Südtirol im Praxistest
Das KraxlBoard aus Südtirol im Praxistest
Das KraxlBoard aus Südtirol im Praxistest
Das KraxlBoard aus Südtirol im Praxistest
viele Möglichkeiten an Varianten beim Training

Bewertungen

1 Feedback
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gutes Debüt
(Aktualisiert: 09 Dezember 2015)
Gesamtbewertung
 
3.8
Preis / Leistung
 
3.0
Qualität
 
5.0
Handling
 
3.5
Das markanteste Merkmal sind die wellenförmigen Griffe sowie die abwechslungsreichen Griffvarianten.
Alle Boards, an denen ich bis dato trainiert habe, waren von den Griffen und Leisten geradlinig aufgebaut.
Es macht viel Spaß, mit den verschiedensten Griffabfolgen zu trainieren, das gefällt mir recht gut am KraxlBoard.

Weiters finde ich die Verwendung von Brettschichtholz sowie die Verarbeitung mittels moderner CNC-Technik sehr interessant.
Jedoch sollten die unteren Kanten der Griffe noch mehr entschärft werden, ein größerer Radius wäre besser für die Finger. Bei den Rundungen sollte man also noch etwas nacharbeiten – das sollte mittels CNC schon möglich sein, in der Kantenbearbeitung wirkt das Board etwas zu monoton.
Aber es ist ja auch erst das Debüt vom KraxlBoard und das ist meines Erachtens gut gelungen.
Mal sehen, was hier noch so aus Südtirol auf den Markt kommt :)
viele Möglichkeiten an Varianten beim Training
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