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Kraxlboard Xtreme + Pull up bar - Review

Redaktion
Aktualisiert 09 März 2020
 
3.0 (1)
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Aufbau mit Stange

Produkt Infos

Hersteller

Zum Testen hatte ich das Kraxlboard Xtreme, das in Südtirol entworfen, produziert und von Kletterern angetestet worden ist. Ich liebe Griffbretter, ja ehrlich, ich habe wahrscheinlich schon mehr Stunden an ihnen trainiert als ich in Hallen geklettert bin. 

Mein erstes Brett hatte ich in jungen Jahren, genau kann ich mich jetzt nicht daran erinnern, aber das erste Griffbrett, ja das kam dann mit 20 ins Haus und ich schaffte dank mehr Fingerkraft meine erste 7a Route. Das ist jetzt 12 Jahre her und ich trainiere noch immer 1-2x/Woche am Griffbrett. Nach dem Lapis Lazzurri kam ein Griffboard mit viel zu großen Griffen, dann wechselte ich wieder auf das Lazzurri für sehr sehr lange Zeit, wo ich mit Zusatzgewichten das Maximalkrafttraining befeuerte - das dafür lange ohne Plan was genau ich da mache und wie ich es machen soll (Routen bis 7c+ und viele Boulder bis 7B habe ich in dieser Zeit geklettert). Bis ich das Griffbrett von Moon das erste Mal in den Händen hielt (vor 2 Jahren) und ungläubig auf die kleinen Leisten blickte. Das musste ich haben und habe den Kauf auch nie bereut. Anfangs konnte ich die 5mm Leiste mit beiden Händen nicht einmal halten ohne die Finger aufzustellen und den Daumen drüberzulegen (keine gute Idee, ich weiß, aber wer stärker werden will muss manchmal leiden….). Mittlerweile kann ich auf der 5mm Leiste schon Klimmzüge machen (ohne Daumen) und die 4mm Leiste gut halten (momentan fühle ich mich in kurzen 8a Routen sehr wohl und beim Bouldern will ich 2016 meinen ersten 7c machen). Soviel zu meiner Vorgeschichte.

Das Kraxlboard bietet Leisten mit 20 - 90mm Tiefe, wobei die Leisten immer die gleiche Form haben. Ihr seht schon, die Leisten sind sehr großzügig dimensioniert und ich kann problemlos min. 10 Klimmzüge auf den kleinsten Leisten machen. Aber es gibt ja auch noch die Aufleger mit 35° und 45°. Ganz ehrlich: ich trainiere nicht auf Auflegern. Ich finde es unsinnig mich auf Aufleger zu hängen und diese herzupressen und dabei dreinzuschauen und sich zu fühlen wie ein Drache mit exorbitanten Blähungen. Das liegt vielleicht auch an unseren lokalen Begebenheiten am Fels draußen, wo Leistenkraft gefragt ist und das will ich auch trainieren und forcieren. Außerdem ist es immer noch cooler eine kleine Leiste voll aufzustellen und durchzureißen. Das hat etwas martialisches, archaisches, brutales, riskantes (nette Tautologie!), man muss sich leicht fühlen und nicht an Auflegern herumzupressen und seinen Körperschwerpunkt irgendwohin zu schieben. Buäh!

Für diesen Testbericht habe ich diese Griffformen aber auch ausprobiert. Der 35° Aufleger ist relativ gutmütig, aber nach dem 2. Klimmzug wird das Ganze schon ein bisschen schwieriger und 5 Klimmzüge sind eine richtige Challenge. Den 45° Aufleger kann ich nicht halten, habe ihn dann mit einer Leiste kombiniert und Uneven-Pullups gemacht, ich hätte lieber eine Zwischenstufe mit vl. 40° gehabt, aber Auflegerfetischisten kommen da sicher ganz wunderbar auf ihre Kosten! Die Kugeln links und rechts sind wirklich brauchbar um sich die Unterärmchen richtig anzupumpen, da meine Zwickerkräfte jetzt auch nicht über unterdurchschnittlich hinauskommen, freue ich mich auch über diese Trainingsmöglichkeit am Brett.

Was haben wir also bis jetzt?
Leisten: groß bis henkelig, immer die gleiche Form, gut für Anfänger um sich zu steigern
Aufleger: schwer bis unmöglich zu halten, für mich uninteressant da am Fels eher Leisten dominieren und ich auch nur dafür trainiere
Kugeln: Nett als Zusatz, wirklich brauchbar

Ich persönlich verwende das Kraxlboard Xtreme jetzt für einarmiges Hängen bzw. Blockieren an den kleinsten Leisten wo ich seitlich eine Reepschnur mit Knoten aufgehängt habe, die als Unterstützung für die andere Hand dient. Eine Federwaage zeigt mir das Gewicht an, dass ich zur Unterstützung wegnehmen muss und zeigt mir auch den Trainingsfortschritt an. Wie das genau abläuft könnt ihr euch in Chris Webb Parsons Trainingsvideo anschauen, einfach eine Federwaage bis 20kg aus dem Baumarkt zwischenschalten.

Als sehr angenehm empfinde ich die Abwechslung zum Moonboard und dass das Holz sehr hautschonend ist. An einem Tag nach einer Bouldersession in der Halle ist es oft sehr unangenehm mich an scharfe Kunststoffleisten zu hängen, da bietet sich das Holzbrett definitiv an und das isolierte Training wirkt vielleicht etwas langweilig, knallt aber voll rein! Aber wisst’s eh, immer gut aufwärmen vorher!

Fazit:
Xtreme in der Kombination mit der PullUp Bar sind vor allem zwei Dinge: der Preis! 274,- ist ganz schön viel Kohle für große Griffe mit einer Stange, es besteht die Möglichkeit nur das Griffbrett zu kaufen um 184,00€ - was mir persönlich für ein Griffbrett noch immer als sehr viel erscheint.
Und das Gewicht. Alleine das Griffbrett mit 7kg plus PullUpBar mit weiteren 2kg muss erst mal zum Halten gebracht werden! Da geht nichts mehr mit Rigipswänden und Dübel, da braucht es schon einen massiven Untergrund oder die Montiermethode von Stefan.
Für das isolierte Training finde ich das Brett gut geeignet, vor allem das hautschonende Material Holz ist ein großer Pluspunkt. Die PullUp-Bar aka Klimmzugstange verwende ich persönlich nicht. Klimmzüge an einer Stange erfüllen in keinster Weise das, was ich von einem Griffboard haben will - mehr Fingerkraft!
Um sich den Rest zu geben, könnte es eine Option sein. Vielleicht auch für meine Lebensgefährtin, die kraftmäßig etwas hinterherhinkt aber um ehrlich zu sein: Wenn man auf den tiefen Henkelleisten keinen Klimmzug schafft, sollte man sich überlegen ob man nicht zu fett/schwach/demotiviert für Griffboardtraining ist, oder Blockierübungen machen. Anleitungen für diverse Übungen findet ihr im Internet genug.

Die Leisten hätten etwas abfallendere oder ein wenig abgerundete, hinterschnittene Leisten, ev. auch mehr verschiedene Formen in verschiedenen Größen sein können. Wo die Meisten Leistengrößen auch noch überdimensioniert sind. Es geht beim Griffboarden schließlich um Fingerkraft. Meiner Meinung nach bietet das Brett viele Trainingsmöglichkeiten, sofern man ein breites Portfolio an Übungen für das Griffbrett hat. Ich versuche auch mit etwas Unterstützung von der tiefsten Leiste ganz unten einarmig und dynamisch gerade rauf auf den Auflegerhenkel zu ziehen aus dem Hängen - für diese Übung ist das Ding ganz gut geeignet.

Wer kleine Leisten halten will, soll sich allerdings nach etwas anderem umschauen.

Natürlich spielt bei dem Preis auch die Herstellung in Südtirol eine Rolle, schließlich will der Mann auch was verdienen, der Rohstoff Holz ist bei der Kletterfraktion sowieso hoch im Kurs, und die Möglichkeit es auch mit einem Pegboard oder eben der PullUp Bar zu kombinieren macht das Kraxlboard Xtreme für Anfänger und Fortgeschrittene zu einer guten Möglichkeit Finger-, Arm-, und Oberkörperkraft zu stärken. Das Preis-Leistungsverhältnis fällt, meiner Meinung nach, allerdings sehr mager aus.

Fotos

Kraxlboard Xtreme + Pull up bar - Review
Mehr Trainingsmöglichkeiten brauchts
Federwaage im Vordergund, Bikini im Hintergrund
Mein Aufbau mit den Reepschnürln links und rechts
Mehr als groß genug sind die Leisten
Uneven Pull-Ups, hier Aufleger mit Leiste kombiniert
A guate Hand voll - die Regel ist auch bei Kugeln richtig ;)
Sloprige Slopestyle Sloper
Vergleich zu Moon Griffboard Leisten

Bewertungen

1 Feedback
Gesamtbewertung
 
3.0
Preis / Leistung
 
1.5(1)
Qualität
 
4.5(1)
Handling
 
3.0(1)
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Gutes Brett mit ein paar aber....
Gesamtbewertung
 
3.0
Preis / Leistung
 
1.5
Qualität
 
4.5
Handling
 
3.0
Die Leisten hätten etwas abfallendere oder ein wenig abgerundete, hinterschnittene Leisten, ev. auch mehr verschiedene Formen in verschiedenen Größen sein können. 
Alles weitere steht im Testbericht unter Fazit!
Vorteil:
+Hautschonend, v.a. wichtig an Tagen nach der Kletterhalle oder dem Fels
+Großzügige Griffe für Anfänger + Fortgeschrittene
+Nachwachsender + CO2 neutraler Rohstoff
+Kombinierbar mit versch. Erweiterungen
Nachteil:
-Teuer
-Einfallslose Formen der Leisten
-Ab einem gewissen Leistenkraftniveau sind die Griffe einfach zu groß (deswegen gibts für das Handling nur drei Punkte)
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