Abseilstand im GBL -- so wäre es gedacht

Es kommt immer wieder zu Missverständnissen bei den Abseilständen im Grazer Bergland. Die Einrichter verfolgten beim Einbohren eine einfache und zugleich sichere Methode. Richtig angewendet, schafft die Methode Redundanz bei gleichzeitig unproblematischem Seilabziehen.

An den Abseilständen sind zwei Bohrhaken mit leicht vertikalem und horizontalem Abstand platziert. Der untere Haken ist meist mit Ring oder Rapidglied versehen. Das Seil wird nun durch den Ring gefädelt und anschließend durch den oberen Haken (bei umgekehrter Reihenfolge besteht die Gefahr, dass der Konten ungewollt durch den Ring rutscht). Beim Ring muss darauf geachtet werden, dass das Seil von oben nach unten in den Ring läuft -- sonst kann es beim Abziehen schwierig werden, weil der Ring das Seil abklemmen könnte.

Richtig durchgefädelt läuft das Seil locker durch den Ring, sodass beim Abziehen keine Probleme wie z.B. Krangeln entstehen. Durch die 2 Bohrhaken entsteht die notwendige Redundanz ohne dass zusätzliches Schlingenmaterial notwendig ist.

Tipp: Wird über mehrmalig von Stand zu Stand abgeseilt, kann jeweils der Seilerste die zwei Haken mit der dünnen Band- oder Expressschlinge verbinden. So ist sicher gestellt, dass man zu keinem Zeitpunkt an nur einem Haken hängt. Der Seilzweite kann die Schlinge dann vor dem Abseilen einfach entfernen. Beim Seildurchfädeln immer beim oberen Bohrhaken anfangen. So muss der Seilverbindungsknoten nie geöffnet werden und das Seil kommt auch richtig zu liegen.

"Raufhandel"
"Felshupferl"
 

Kommentare 4

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Michael Gattol am Donnerstag, 23. November 2017 20:04

Super Input. Man unterschätzt das Abseilen meist, weil so Kleinigkeiten wie man das Seil durchfädelt ohne das man sich abklemmt muss man erst die Erfahrung machen damit man weiß um was es geht.

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Super Input. Man unterschätzt das Abseilen meist, weil so Kleinigkeiten wie man das Seil durchfädelt ohne das man sich abklemmt muss man erst die Erfahrung machen damit man weiß um was es geht.
Horst Jobstraibitzer am Donnerstag, 23. November 2017 20:54

Ich finde es auch wichtig, dass man weiß, was man mit den Haken anfängt und warum sie so positioniert sind. Die Protagonisten, die solche Abseilstände im GBL einrichten, haben sich viel gedacht dabei. Ich hatte das Vergnügen, dass mir einer von ihnen höchstpersönlich die Sinnhaftigkeit dieser Anordnung erklärt hat. Top.

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Ich finde es auch wichtig, dass man weiß, was man mit den Haken anfängt und warum sie so positioniert sind. Die Protagonisten, die solche Abseilstände im GBL einrichten, haben sich viel gedacht dabei. Ich hatte das Vergnügen, dass mir einer von ihnen höchstpersönlich die Sinnhaftigkeit dieser Anordnung erklärt hat. Top.
Chri Leitinger am Montag, 17. Mai 2021 19:29

Eine (etwas ironische) Frage zum Tipp: was genau macht einen möglichen BH-Ausbruch bei einem kurzen Abseiler 100m über dem Boden weniger gefährlich als bei einem langen Abseiler 100m über dem Boden? Das Ergebnis ist meiner Einschätzung nach ident. Oder ist man im Fall des BH Versagens beim langen Abseiler sogar noch etwas "toter" als beim Kurzen

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Eine (etwas ironische) Frage zum Tipp: was genau macht einen möglichen BH-Ausbruch bei einem kurzen Abseiler 100m über dem Boden weniger gefährlich als bei einem langen Abseiler 100m über dem Boden? Das Ergebnis ist meiner Einschätzung nach ident. Oder ist man im Fall des BH Versagens beim langen Abseiler sogar noch etwas "toter" als beim Kurzen ;)
Stefan Gruber am Montag, 17. Mai 2021 21:29

Danke für den Tipp zum Tipp ;-): Gemeint ist natürlich mehrmaliges Abseilen von Stand zu Stand... (ich werde das korrigieren)

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Danke für den Tipp zum Tipp ;-): Gemeint ist natürlich mehrmaliges Abseilen von Stand zu Stand... (ich werde das korrigieren)

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