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Jahresrückblick steirisches Klettern 2022

Barbara Raudner in Sandlerkönig (8a+); (c) Hannes Raudner Barbara Raudner in Sandlerkönig (8a+); (c) Hannes Raudner

Vorwort:
Nach einem Jahr Pause wurde es wieder einmal Zeit einen Rückblick über das steirische Klettern 2022 zusammenzustellen.
Vielen Dank an alle, die mich mit News versorgt haben. In diesem Jahr aber war es gar nicht einfach an Neuigkeiten heranzukommen. Viele finden ihre Leistungen entweder nicht nennenswert oder üben sich in nobler Zurückhaltung. Manche haben schlichtweg die Schnauze voll vom weltweiten Netz oder Angst vor Neidern und Kritisierern und verlieren lieber nicht viele Worte über ihre, oftmals äußerst erwähnenswerten, Leistungen und anderen ist es überhaupt Wurscht ob jemand von ihnen Notiz nimmt oder nicht.

So ist es leider eine ziemlich lückenhafte und löchrige Angelegenheit geworden.

Trotzdem viel Spaß beim Lesen und a xunds, neix 2023 wünsche ich euch im Namen von mir und dem CLIMBING.PLUS.Team.

P.S. an alle die ich hier nicht berücksichtigt habe, weil ich es ganz einfach (noch) nicht weiß. Seid mir bitte nicht böse. Ich hoffe, ich kann es nachreichen.


Boulderhallen

2022 beginnt wieder einmal ziemlich erfreulich für die Obersteiermark. In Kapfenberg eröffnet das Grazer Newton Team (verstärkt um 3 Mitglieder) im Jänner eine neue Boulderhalle. Das "Newton KB" wird sofort begeistert angenommen. Bestückt mit dem ersten Kilterboard der Region und einer Vielzahl neuer Griffe und Volumes bietet das Newton vom Anfänger bis zum Profi alles, was das Herz begehrt. Einmal pro Woche wird ein Bereich umgeschraubt. Dauerkarten und Zehnerblöcke gelten sowohl in Graz als auch in Kapfenberg. Mit viel Engagement versucht das Team um Armin Buchroithner neue Wege zu gehen. Die Firmeninitiative im Sinne der beruflichen Gesundheitsförderung ist einer davon - nur zeigt sich, dass es leider ein weiter Weg werden wird, bis dieser Benefit in den Betriebsratsbüros in seinen Möglichkeiten erkannt wird.

Einer Gruppe von Enthusiasten im oberen Murtal ist es zu verdanken, dass im September in Zeltweg die Boulderhalle "Bloc Spotihre Pforten öffnen kann. Die Jungs haben im Vorfeld ihre Hausaufgaben (und alles richtig) gemacht. Das „Bloc Spot" bietet alles, was sich ein Bouldererherz nur wünschen kann. Von Ausstattung bis zum Routenbau top. Zudem ist es die erste steirische Boulderhalle dieser Größenordnung, die in Zukunft rund um die Uhr geöffnet sein wird.


Wettkampfklettern international

Johanna Färber startet bei diversen Boulderweltcups und erreicht dabei das Semifinale in Salt Lake City

Sophia Avender erklettert sich den 11. Platz bei Bouldern und Lead bei Jugend-WM in Dallas/Texas

Lena Schrittwieser:

konnte sich 2022 für 7 von 9 internationalen Jugendbewerben der U18 qualifizieren:

Europacup Bouldern Chambéry (Fra) 4.Platz

Europacup Bouldern Soure(Por) 4.Platz

Europacup Lead Imst(Aut) 18.Platz

Europacup Lead Dornbirn (Aut) 4.Platz

Europameisterschaft Bouldern Graz (Aut) 28.Platz

Weltmeisterschaft Dallas (USA) Boulder 23.Platz Lead 18.Platz

Julian Schrittwieser:

konnte sich 2022 für alle internationalen Bewerbe der U16 in Bouldern und Lead qualifizieren:

Europacup Bouldern Chambéry(Fra) 9.Platz

Europacup Bouldern Soure(Por) 3.Platz

Europacup Lead Imst(Aut) 2.Platz

Europa-Cup Lead Ostermundigen(Sui) 1.Platz

Europacup Lead Dornbirn (Aut) 1.Platz

1.Platz Gesamtwertung Europacup Lead

Europameisterschaft Lead Augsburg (Ger) 4.Platz

Europameisterschaft Bouldern Graz(Aut) 11.Platz

Weltmeisterschaft Dallas(USA) Bouldern 18.Platz Lead 4.Platz


Bereits längere Zeit Mitglieder des Jugendnationalteams sind Sophia Avender, Julian Schrittwieser und Lena Schrittwieser.

Neu seit Ende 2022 dabei —> Julian Leitner, Christian Leitner, Anja Wimmer

Vom 03. bis 06. August fand im Rahmen des Bloc Summers Graz die Jugendeuropameisterschaft im Bouldern am Gelände des Bloc Houses in Graz statt: https://blocsummer-graz.at/european-youth-championships-bouldern-2022-eych


Paraclimbing

Das Paraklettern in der Klasse AL-1 wird weltweit von Steirern dominiert.

Angelino Zeller:

Weltcup Salt Lake City 1.Platz
Weltcup Innsbruck 1.Platz
Weltcup Villars 1.Platz
Masters in Frankfurt 1.Platz
Masters in Imst 1.Platz

Dicht auf den Fersen ist ihm Markus Pösendorfer (aktuell Platz 2 im Gesamtweltcup) 

Weltcup Salt Lake City 2.Platz
Weltcup Innsbruck 2.Platz
Weltcup Villars 2.Platz
Masters in Frankfurt 2.Platz
Masters in Imst 2.Platz


und auch Daniel Kontsch (bei den Weltcups in Innsbruck und Villars jeweils Platz 3) und Bostjan Halas (bei den Weltcups in Innsbruck und Villars jeweils Platz 6) erreichten bei internationalen Wettkämpfen Plätze im Vorderfeld.

Dass unsere Paraclimbing Athleten nicht nur die Kunstwand hochhangeln können zeigen sie eindrucksvoll auch in anderen Bereichen.

Angelino Zeller war im vergangenen Jahr mit Filmprojekten beschäftigt:

„No straight lines" von The North Face:
https://climbing.plus/videos/391-no-straight-lines-the-north-face

dazu noch Felsprojekte:
- Erste Felstour im Vorstieg (Kingkong 7a) in den Adlitzgräben
- Fritz the cat (8a) im Zigeunerloch
- Projektierung Sarre 2000 (8a+) im Aostatal
sowie:
- 24h Radchallenge für Licht ins Dunkel (Streckenrekord)

Bostjan (Pofi) Halas wiederum wurde beim Rennkartfahren gegen die "ganz gesunden" bei den Altherren (+35) Trophy Meister (internationaler Amateurcup auf Clubsportbasis).

Katharina Ritt gab uns einen Einblick in das oftmals beschwerliche Dasein eines Athleten mit Handicap:

"Mein Jahr 2022 war leider ein äußerst durchwachsenes... ich hatte noch im Jänner einen Sportunfall (Kreuzband und Meniskus ab beim Snowkiten) und hatte trotz harten, beherztem Training viele Rückschläge. So konnte ich heuer leider bei keinem einzigen Bewerb starten. Nach Villars bin ich extra gefahren, aber bei uns werden die Klassifizierungen vollkommen umgestellt und eine große Gruppe an Menschen mit nicht so sichtbaren Beeinträchtigungen werden nicht mehr klassifiziert. Nachdem dort ihre eigenen Regeln nicht eingehalten wurden und die Vorgehensweise äußerst intransparent war, war das ein sehr frustrierendes Erlebnis, nicht nur für mich, sondern viele andere denen es ebenso erging. Wir hoffen dass die IFSC sich noch dazu entschließt ihr System wieder fair und transparent zu gestalten und sich in der kommenden Saison sich wieder an ihre eigenen ausgegebenen Regeln und Guidelines hält."


Hochschwab

Am 5. August erreicht Paul Kiefer den Gipfel des Festlbeilsteins nachdem er ground up eine neue Route durch die Nordwand erschlossen hat – sein bis dato größtes Abenteuer.

Im gegenüberliegenden Rauchtal ist Dominik Ganster aktiv. In mehrwöchiger Arbeit saniert er den „Weg durch das Fischstäbchen" (8+/9-). Allein und im Vorstieg.

In der Hundswand befreit Mich Kemeter ein altes Projekt von Hans Gregoritsch„Kiss of Freedom (8c oder irgendsowas 😉)


Gesäuse

Im Frühling 2022 erscheint der Kletterführer Gesäuse von Jürgen Reinmüller und Andreas Hollinger. Ein Monumentalwerk mit über 1000 Routen: https://xeis-auslese.at/kletterfuehrer-gesaeuse/

Mich Kemeter und Jürgen Reinmüller erschließen am großen Ödstein die Wahnsinnslinien Canal Grande (9) und Unikat (8+/9-).

An der Peternschartenkopf Westwand findet dieses kongeniale Duo mit dem „schwarzen Peter" (9+/10-) – eine Hommage an den legendären Wilderer und Entdecker des Peternpfades und am kleinen Buchstein ziehen sie schlussendlich die Reißleine (9).


Mehrseillängen Grazer Bergland

Das kongeniale Duo Pesendorfer/Hohensinner ist 2022 nicht nur im Biokovo sondern vor auch im Grazer Bergland erschließenderweise aktiv und einiges ist kurz davor veröffentlicht zu werden.

Im Brunntal ist einer der aktivsten Erschließer der letzten Jahre im Grazer Bergland aktiv:

Pert Seitweger erschließt 2 Kinglines am Brunntalspitz

„Wassermann" und „Kleiner Bär"

https://climbing.plus/blog/wassermann-viii-a0-oder-7c-grazer-bergland-unteres-brunntal

https://climbing.plus/blog/kleiner-baer-7b-obl-6c-unteres-brunntal-s-wand-grazer-bergland

Jonas Uschnig klettert im April die sagenumwobene „Nasenführe" am Röthelstein frei. Es ist dies eine der wenigen freien Begehungen dieses Horich Klassikers nach Martin Riegler.

Lea Kerschbaumer und Tom Schuller sprinten in 10:49 Stunden durch die „GB 0-24 Berglandrunde":
https://climbing.plus/blog/enchainement


Bouldern

Nicht nur in den Hallen wird gebouldert.

Stefan Kogler putzt am Areal des elterlichen Bauernhofes in Pusterwald (oberes Murtal) weitere Felsblöcke und klettert neue Boulder zwischen 6a und 7c. Sein großer Wurf gelingt im heuer ausserhalb der Steiermark mit einer Begehung des „finalen Funkelns" (8b) an den Hirschwänden.

Michael Hütter klettert das „Schaf im Wolfspelz" (8a) am Dumpfbackenblick in Peggau.

Ebenfalls in Peggau wiederholt Andreas Spitaler den 8b Dachboulder „Gateway".

In Mixnitz flasht Jonas Uschnig „Auf den Schultern von Riesen" (8a) am Superblock.

Maximilian Lenz wiederholt im Blockfeld den „Crusher" (8b) und macht die Erstbegehung von „Virtual Reality" (8b). (Magnolia Nordwand rechts raus).

Schier unglaublich sind die Leistungen der jungen Lea Kerschbaumer:

„Crusher" 8b

„Auf Schultern von Riesen" 8a

„Mixnitz the Mob goes wild" 8a+


Arena (Mixnitz)

Die Verhältnisse in der Arena waren heuer über weite Strecken richtig gut.

Timon Kunter und Paco Langjahr nutzten dies, um dem Klassiker „Phallus Dei" 8b einen Durchstieg abzuringen.

Dieselbe Route erhielt heuer hohen Besuch aus Slowenien. Jernej Kruder benötigte lediglich 2 Versuche, um die Kette nach sturzfreiem Durchstieg zu klippen und sprach anschließend von einem „very good endurance test"

Andreas Spitaler bindet sich ein kneepad um den Haxen und kletterte „Small Change" (8b+).

Barbara Raudner kämpfte ein Jahr lang mit Slopern, den Verhältnissen und ihrer Körpergröße bis sie die Umlenkung vom „Sandlerkönig" (8a+) klippen konnte.

Paul Kiefer sanierte „Sieger sehen anders aus" (8a) worauf die Tour gleich etliche Begehungen erhielt. Die Originalvariante über das Zweifingerloch ist mittlerweile wieder in Mode. Wichtig: Die Umlenkung wurde von Paul tiefergesetzt da der Fels an der Originalposition nicht wirklich sicher erschien. Die Tour endet aber immer noch am Topgriff😉

„Big ugly" (7c+/8a) wurde aus dem Dornröschenschlaf geholt und ist laut einhelliger Meinung aller Wiederholer „goa ned so schiach wia ma imma glaubt hobn". Laut Jakob Greistorfer ist sie „not that ugly! 😉".

Daniel Lenz nimmt sich mit „INRI" (7c) eine in Vergessenheit geratene Route zur Brust und klettert diese zur Umlenkung vom Sieger.

Rogala Andreas ist im „Trainingswahnsinn" (8a+) erfolgreich

Eva Krainer durchsteigt "Es ist verdammt hart der Beste zu sein" (7c), Takatuka (7b) und "Ultracool" (7b+)

Oliver Dölder ist ebenfalls im verdammt hart erfolgreich und klettert zudem Train and Terror (8a)


Zigeunerloch

Ein ganzjährig stark frequentiertes Gebiet ist das Zigeunerloch.

Stalker, Gräfin Mariza und Konsorten werden beinahe täglich geklettert. Es wird projektiert, diskutiert, gefightet und gelacht.

Chrisi Leitner gelingt mit der ersten Begehung von „Lügenbaron" (8c+) die wohl aktuell schwerste Route im „Ziggy".

Daniel Lenz flasht „Fritz the cat" (8a)


Die Protagonisten

Andi Matuska

Einer der aktuell wohl stärksten Kletterer im Steirerlandl ist Andi Matuska.

2022 fand er persönlich für ihn nicht soo erwähnenswert:

I hob net so vü zu vomödn fia 2022. Bin scho a poa touren aufikumman und hob a poa Erstbegehungen gmocht oba ganz schwa (oiso fia meine verhältnisse) is ma net aufgaungen... Vü probiert aber do muass i no a bissl trainieren 😅


Mich Kemeter

Falls ihr euch fragt, was Mich dieses Jahr so niedergerissen hat - ich verrate nur eines - viiieeeel!

Am besten ihr schaut auf seiner Homepage nach: http://michael-kemeter.com/


Joe Daxbacher

Joe´s Bohrmaschine wird auch 2022 nicht kalt. Er erschließt Neuland am Röthelstein, in Peljesac (Kroatien) und an der Mittagsmauer (Spital am Phyrn). Wer dazu Infos möchte, kann sich gerne bei Joe melden.


Stefan Atschreiter

Stefans Sportkletterhighlight 2022 war Oral Spaceman 8a+ an der Batmanwand in Mixnitz sowie die 1. Rotpunktbegehung vom "Kleinen Bären" im Brunntal mit Anna Seitweger.

Den beiden gelingen auch alpine Routen wie:

Salbit Westgrat  7+ (6+ obligat.) - 33 SL in den Urner Alpen und der Extremklassiker

"Don Quixote" 7 (6 obligat.) - 800 m an der Marmolada Südwand (Dolomiten)


Georg Parma

Der Wahlgrazer flasht Idée fixe (8c) im französischen La Saume.


Bene Karner

Bene erklettert sich heuer seine größten Erfolge ausserhalb der Steiermark.

Steinfeder 8b/+ und Vegas Baby 8b im Niemandsland (Höllental)

Pticjia Perspectiva (8a+) im Misja Pec (Osp).


Julian Leitner

am 7.4 die Stalker (8b) im Zigeunerloch

am 15.4 die Samsara (8a) in Mišja peč,

am 7.9. die Zum Anfang zurück (8a/+) im Zigeunerloch und

am 9.9. die Giljotina (8a) in Mišja peč


Christian Leitner

am 2.9. den Lügenbaron (8c+) im Zigeunerloch,

am 14.11. Mrtvaški ples (8b) in Mišja peč,

am 17.8. die Sempre suller mia Strada (8a+) (2nd Go) Arco,

am 23.10. die Bloc rockin beats (8a+) in den Adlitzgräben,

am 3.5. den Marika Rökk-Weg (8a+) im Zigeunerloch,

am 17.4. die Zajček (8a+) in Mišja peč,

am 19.6. den Zeitgeist (8a) in der Arena und

am 18.8. die Caty Mini (8a) in Eremo di San Paolo (3rd Go);

Barbara Raudner im "Sandlerkönig"; (c) Hannes Raudner

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Johanna Färber klettert Public Enemy 8c im Zigeunerloch (Gratkorn). Ich bin an dem Tag im ersten Versuch beim letzten Zug geflogen (wieder mal) und war ziiiiiemlich grantig. Dann hab ich mir echt lang Zeit genommen, gut Pause gemacht und bin`s dan
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Steirisches Klettern - Jahresrückblick 2020 | CLIMBING.PLUS

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