Klettern ist nicht Fußball

Seil: nicht nur perfekt zur Sicherung, sondern auch zur Kommunikation geeignet.

Etwas müde vom heutigen Kletterausflug pflanze ich mich auf die Couch und schalte den Fernseher ein: Fußball – eine willkommene und gänzlich konträre Abwechslung zum Klettern.

Gespannt sehe ich, wie der Stürmer in Richtung gegnerisches Tor blickt und dort eine Tormöglichkeit erkennt. Er sprintet ohne Ball los und bringt sich in Position. Kurz vorm Strafraum bleibt er stehen und sieht sich um. Natürlich muss er seine perfekte Offensivposition seinem Mittelfeldspieler lautstark mitteilen („Stand"). Die Bahn ist noch immer frei, deshalb brüllt der Mittelfeldspieler, dass dieser sich zum Sprit vorbereitet („Seil ein") und schließlich gibt er das Signal bereit zu sein („Seil aus"). Nervös gibt der Stürmer das Kommando zum Sprint mit dem Ball („Nachkommen"). Der Mittelfeldspieler hadert, ob das Risiko eines Ballverlustes vertretbar ist und erkundigt sich noch einmal Richtung Stürmer („Kann ich kommen?"). Nach der lautstarken Bestätigung dessen („Kannst kommen"), läuft er endlich los.

Die Kommunikation ist deutlich lauter als bei einer typischen Seilschaftskletterei. Das ist auch einfach erklärbar: Die Fußballspielspieler sind nicht über ein Seil verbunden, das sie zur Kommunikation nützen könnten. Es wäre auch etwas unpraktisch, den spätestens zum Spielende wären alle Spieler hoffnungslos in einem unlösbaren Knoten verfangen. Zum Glück ist das beim Klettern nicht so. Hier kann das Seil wunderbar zur Kommunikation verwendet werden. Deshalb mach das bitte auch so und verwende Seil-zug-kommandos, sodass keine Stadionstimmung in unseren Wänden aufkommt.

Newton goes Kapfenberg
Eine kleine Geschichte vom Zauber der Ringe, komis...
 

Kommentare 2

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Horst Jobstraibitzer am Mittwoch, 11. August 2021 07:20

3x kurz am Seil zupfen heißt:
Ich hab Stand - du kannst nachkommen.

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3x kurz am Seil zupfen heißt: Ich hab Stand - du kannst nachkommen.
Richard Ruisz am Samstag, 14. August 2021 07:28

In den Dolomiten haben wir die Kommunikation von Italienern erlebt. Mit Funkgerät und keineswegs leiser als im Stadion.

"Da ist kein Standplatz! Nur ein Bohrhaken mit Ring."

"Da ist kein Bohrhaken! Nur ein Stück Seil in einem Loch."

"Wie viel Seil habe ich noch?"

"Soll ich hier Stand machen oder weiterklettern?"

Wir haben etwas nebenan an einem Köpfel Stand gemacht, mit einem kurzen "Salve" gegrüßt und sind sonst wortlos weitergewandert... Nach einer weiteren Seillängen war der Wind lauter und das Kratzen der Funkgeräte nicht mehr zu hören...

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In den Dolomiten haben wir die Kommunikation von Italienern erlebt. Mit Funkgerät und keineswegs leiser als im Stadion. "Da ist kein Standplatz! Nur ein Bohrhaken mit Ring." "Da ist kein Bohrhaken! Nur ein Stück Seil in einem Loch." "Wie viel Seil habe ich noch?" "Soll ich hier Stand machen oder weiterklettern?" Wir haben etwas nebenan an einem Köpfel Stand gemacht, mit einem kurzen "Salve" gegrüßt und sind sonst wortlos weitergewandert... Nach einer weiteren Seillängen war der Wind lauter und das Kratzen der Funkgeräte nicht mehr zu hören...

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