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Arena Retro. Zeitgeist (X-) - 2. Begehung. Ernst Gruber erinnert sich.

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Während mein Bruder und ich in den Alpen herumzogen, entdeckten und erschlossen Thomas Hrovat, Robert Kerneza, Hias Leitner und Christoph Grill mit der „Arena" das bis heute größte und schwierigste Klettermassiv im Grazer Bergland und schraubten die Leistungsspirale erneut hoch. Im Herbst 1984 kletterte der Grazer Thomas Hrovat die Route „Zeitgeist", eine zwanzig Meter hohe, extrem überhängende Wand, und bewertete sie mit dem Schwierigkeitsgrad X-, damals wahrscheinlich die schwierigste Tour Österreichs.

Neugierig geworden widmeten auch wir uns wieder mehr dem Sportklettern. Ich musste wissen, was dran war an diesem neuen Schwierigkeitsgrad. Ziemlich kleinlaut standen wir dann im Frühjahr `85 erstmals unter der Wand. Alle Achtung! Da hatte uns der Bursche was vorgelegt. Die ersten Versuche waren nicht sehr vielversprechend, aber mit jedem Meter Höhengewinn stieg das Selbstvertrauen.

Es waren anfangs nicht nur die kleinen Griffe, die uns zu schaffen machten, sondern auch die Überwindung der Sturzangst. In den Alpen hieß die Devise „nur ja nicht stürzen", bei den schlechten Haken hätte das oft böse enden können. Hier waren die Haken gut, die Stürze ungefährlich. Trotzdem dauerte es einige Zeit, bis die psychische Sperre überwunden war und ich mich getraute, einfach loszulassen.

In der folgenden Zeit waren wir ziemlich oft in der Route, Teilerfolge und Rückschläge hielten sich die Waage. Aber dann, nach Tagen, Wochen war es endlich soweit. Ich war tatsächlich die zwanzig Meter in einem Zug durchgeklettert, überglücklich über die zweite Begehung stand ich am Ausstieg.

Unbedeutend für viele, für mich aber ein wichtiger Tag. Wenig später war auch mein Bruder Roman erfolgreich und wir hatten einen weiteren Grund zu feiern.

Auszug aus einem Artikel im Buch "Kostbarkeiten im Grazer Bergland". Autor: Ernst Gruber.

Projekt maltatal.rocks
Tigerauge – aus dem Dornröschenschlaf erwacht
 

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