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Vergessene Kostbarkeiten im Grazer Bergland Teil 1 Brunntal

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Ich starte hiermit eine Serie über Routen, die meist von mir eingebohrt und erstbegangen zu Recht oder zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Wir machen einen kurzen Spaziergang ins Brunntal.

Rechts der Südrampe gibt es einen markanten Plattenpanzer, der in der Mitte von einem Band durchzogen wird. Die Route wurde im November 1998 eingebohrt, im Sommer 1999 dann gemeinsam mit Walter Wruss so etwas Ähnliches wie erstbegangen. Namen gibt es keinen, weil der Stil der Erstbegehung selbst meinen eher kulanten moralischen Klettermaßstäben nicht entsprochen hat. Es folgten dann einige Versuche mit Nede und vor zwei Jahren der Versuch einer Wiederbelebung mit Andi Matuska. Wer sich fragt, warum man keine Beschreibung im Kletterführer findet, dann deswegen, weil vergessen wirklich vergessen bedeutet und ich beim letzten Kletterführerupdate einfach auf sie vergessen habe.

Was erwartet den Begeher? Sehr viele Bohrhaken - Klemmkeile sind nicht nötig und de facto auch nutzlos-, sehr schöner Fels und - wenn man von der Ausstiegsseillänge absieht- Schwierigkeiten AB 7b+.

Nun zu den einzelnen Seillängen. Die Schwierigkeitsgrade sind Schätzungen, da nur die letzte schwere Seillänge rotpunkt begangen wurde.

Erste Seillänge: Flache Wandkletterei  mit einer Schwierigkeit rund um 8a. Wer einen ernsthaften Begehungsversuch ins Auge fasst, sollte sich überlegen, zwei Rasierklingen aufs Griffbrett zu kleben.

Zweite Seillänge: Das Beste, was das Grazer Bergland in Sachen Wandkletterei zu bieten hat. Die erste Hälfte der Seillänge spielt sich im Schwierigkeitsgrad 7a+ ab, bis man zur Schlüsselstelle gelangt, die zwingend geklettert werden muss. Dafür  gibt es eine 7c+ mit fünf Sternen.

Dritte Seillänge: Sehr kurz, sehr heftig. Als ich Andi M. sicherte, hatte ich  das Gefühl, dass diese Seillänge eventuell möglich ist. Schätzung 8c.

Die vierte Seillänge ist nur eine einfache Querung, um in die zweite Hälfte der Route zu starten.

Fünfte Seillänge: Es geht eine flache Verschneidung hoch. Man kann sich bei einem Zwischenstand nach 20 m und einer schönen 8a/b ausrasten oder versuchen durchzuklettern. Dann wird man wohl 8b+ klettern müssen.

Sechste Seillänge: Meine Heldentat. Im ersten Versuch geschafft. Supertolle 7b+, wenn ich mich recht erinnere.


Update: 04.11.2019

Breaking News: Ich habe in meinem Archiv gerade ein Foto gefunden. Wahrscheinlich am ersten Stand.


Weitere Mehrseillängen Touren im Brunntal, Grazer Bergland

Abstauberweg
(6- obl.) 170 Hm
Brunntalpfeiler
(6- obl.) 320 Hm
1 Seillänge
(5+ obl.) 280 Hm
Hubertina
(5 obl.) 150 Hm
der echte name
(4+ obl.) 140 Hm
Rafiki
(8- obl.) 180 Hm
schlüssellänge
(5- obl.) 180 Hm
Schinderweg
(6 obl.) 170 Hm
Südrampe
(7- obl.) 200 Hm

Ort (Karte)

Urlaub 2019
The "Needles" von Michael Maili
 

Kommentare 2

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Peter Pesendorfer am Freitag, 01. November 2019 21:55

Uh…der erste Blog den ich mir erlaube zu kommentieren.

Warum?....nun ja….weil ich die Route ..ähm….so etwas wie …egal…hochgekommen bin….und das irgendwie verdrängt habe oder eben….vergessen hatte.

Wie kam es dazu?...nun ja….eines schönen Tages gingen Fred S. und ich nach irgendeiner Tour in der oberen Brunntalwand zu Fuß zurück durch den steilen Brunntalwald (welche Tour…hab ich auch vergessen…ich tippe aber auf Ixtlan oder Schinderweg) und hörten lautes Geplappere aus dem Bereich des Südrampeneinstieges…dann gingen wir dorthin wo die Laute herkamen…da war eine Seilschaft in der Fixseillinie rechts der Rampe…Ich denke Nede war am Einstieg,- und in einer recht leicht aussehenden, flachen Plattenlänge machte ein Probant immer wieder Abgänge…Nede meinte noch zu uns, dass auch schwere Routen im Brunntal ihre Berechtigung hätten….da wir selbst es nicht mögen wenn man beobachtet wird gingen wir bald…aber die Flüge gaben uns zu denken…

Und die Begehung? …nun ja…ich gestehe…immer wieder ist es mir unerklärlicherweise passiert, dass ich mich in unfertigen Routen wiederfand…Projekte nennt man das wohl…manchmal gings gut..manchmal wars spannend…Friends und so Zeugs hatte ich immer mit… denn man wusste ja nicht was einen erwartete…einmal wars in Wandmitte ein Büschel Bolts und wir kletterten die Wand dann clean durch…..und sagten natürlich nix...war dann ja wohl in Wahrheit die Erstbegehung…ein ander mal erzählte mir Max R. von einer Neuroute von ihm…. und er schilderte mir sagar den Einstieg….nun ja….Max R. hatte aber auch vergessen mir zu sagen dass noch drei Längen fehlten…und wieder wars eine (geheime, schwarze )EB,- ohne mein Verschulden natürlich!...Und wenn wir irgendwo Putzspuren oder Bohrmehlstreifen im GBL oder im Hochschwab sahen….schwupps…waren wir schon dort….einmal wars sogar ganz blöd….wir (ok….ich hab mir wen organisiert zum Sichern und nachhoppeln) waren wieder mal in so nem „Projekt“ unterwegs… und in Wandmitte kams zu „Gegenverkehr“….Robert P. und Gottfried R. lachten laut aus dem Abseilsitz und holten mich aus der Konzentration….diese Begehung kostete mir nachher 12 Bier in Summe…

Woran kann ich mich aber heute noch erinnern wenn’s um die ..nun ja…Begehung ist das falsche Wort ..der Lechner- Line im Brunntal geht?

Da wäre mal die Einstiegslänge in der Probant mehrfach vor unseren Augen abging…die war schwerer als gedacht…und ich ging auch schon früher ab als der Probant…die Länge hab ich sowas von unterschätzt….die Nachhopplerin benötigte verdammmt viel Seilzug..oder wars doch ein Expressflaschenzug?..egal…man(n) dreht nicht um…kann ja nur besser werden..denkste…

Der Rest….nun ja…der Fels war sehr gut….das Ambiente schön…die Bolts in angenehmer Zahl vorhanden…aber so viel technisch geklettert bin ich im ganzen GBL noch nie zuvor….man war das Ding schwer..viel zu schwer für mich…

Aja….und es war spannend Fixseile zu belasten in der Hoffnung dass diese hielten….denn ohne diese Fixseile hätte ich wohl, nach mehr Flugmetern als Klettermetern, nach der ersten Seillänge stillschweigend den Rückweg angetreten….

Aja….nun ja….(„nun ja“ verwende ich scheinbar öfters,- warum eigentlich?) ….ich erinnere mich daran, dass wir sicherheitshalber nachher nicht beim Fuchswirt eingekehrt sind,- um blöde Fragen erst gar nicht „kreativ“ beantworten zu müssen, sondern zum „Fritzl“ auf ein Bosna und mehrere Bier fuhren.
Immer wieder in den letzten Jahren blickte ich demütig hoch zur „Line“ wenn ich im Brunntal war.

Ok…nun ja…ich war, und bin noch immer, oft im Brunntal.

Und ich fragte mich manchmal auch, still und heimlich, warum diese Route nie veröffentlicht wurde. Nun weiß ichs. Danke!

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Uh…der erste Blog den ich mir erlaube zu kommentieren. Warum?....nun ja….weil ich die Route ..ähm….so etwas wie …egal…hochgekommen bin….und das irgendwie verdrängt habe oder eben….vergessen hatte. Wie kam es dazu?...nun ja….eines schönen Tages gingen Fred S. und ich nach irgendeiner Tour in der oberen Brunntalwand zu Fuß zurück durch den steilen Brunntalwald ([i]welche Tour…hab ich auch vergessen…ich tippe aber auf Ixtlan oder Schinderweg)[/i] und hörten lautes Geplappere aus dem Bereich des Südrampeneinstieges…dann gingen wir dorthin wo die Laute herkamen…da war eine Seilschaft in der Fixseillinie rechts der Rampe…Ich denke Nede war am Einstieg,- und in einer recht leicht aussehenden, flachen Plattenlänge machte ein Probant immer wieder Abgänge…Nede meinte noch zu uns, dass auch schwere Routen im Brunntal ihre Berechtigung hätten….da wir selbst es nicht mögen wenn man beobachtet wird gingen wir bald…aber die Flüge gaben uns zu denken… Und die Begehung? …nun ja…ich gestehe…immer wieder ist es mir unerklärlicherweise passiert, dass ich mich in unfertigen Routen wiederfand…Projekte nennt man das wohl…manchmal gings gut..manchmal wars spannend…Friends und so Zeugs hatte ich immer mit… denn man wusste ja nicht was einen erwartete…einmal wars in Wandmitte ein Büschel Bolts und wir kletterten die Wand dann clean durch…..und sagten natürlich nix...war dann ja wohl in Wahrheit die Erstbegehung…ein ander mal erzählte mir Max R. von einer Neuroute von ihm…. und er schilderte mir sagar den Einstieg….nun ja….Max R. hatte aber auch vergessen mir zu sagen dass noch drei Längen fehlten…und wieder wars eine ([i]geheime, schwarze[/i] )EB,- ohne mein Verschulden natürlich!...Und wenn wir irgendwo Putzspuren oder Bohrmehlstreifen im GBL oder im Hochschwab sahen….schwupps…waren wir schon dort….einmal wars sogar ganz blöd….wir ([i]ok….ich hab mir wen organisiert zum Sichern und nachhoppeln[/i]) waren wieder mal in so nem „Projekt“ unterwegs… und in Wandmitte kams zu „Gegenverkehr“….Robert P. und Gottfried R. lachten laut aus dem Abseilsitz und holten mich aus der Konzentration….diese Begehung kostete mir nachher 12 Bier in Summe… Woran kann ich mich aber heute noch erinnern wenn’s um die ..nun ja…Begehung ist das falsche Wort ..der Lechner- Line im Brunntal geht? Da wäre mal die Einstiegslänge in der Probant mehrfach vor unseren Augen abging…die war schwerer als gedacht…und ich ging auch schon früher ab als der Probant…die Länge hab ich sowas von unterschätzt….die Nachhopplerin benötigte verdammmt viel Seilzug..oder wars doch ein Expressflaschenzug?..egal…man(n) dreht nicht um…kann ja nur besser werden..denkste… Der Rest….nun ja…der Fels war sehr gut….das Ambiente schön…die Bolts in angenehmer Zahl vorhanden…aber so viel technisch geklettert bin ich im ganzen GBL noch nie zuvor….man war das Ding schwer..viel zu schwer für mich… Aja….und es war spannend Fixseile zu belasten in der Hoffnung dass diese hielten….denn ohne diese Fixseile hätte ich wohl, nach mehr Flugmetern als Klettermetern, nach der ersten Seillänge stillschweigend den Rückweg angetreten…. Aja….nun ja[i]….(„nun ja“ verwende ich scheinbar öfters,- warum eigentlich[/i]?) ….ich erinnere mich daran, dass wir sicherheitshalber nachher nicht beim Fuchswirt eingekehrt sind,- um blöde Fragen erst gar nicht „kreativ“ beantworten zu müssen, sondern zum „Fritzl“ auf ein Bosna und mehrere Bier fuhren. Immer wieder in den letzten Jahren blickte ich demütig hoch zur „Line“ wenn ich im Brunntal war. Ok…nun ja…ich war, und bin noch immer, oft im Brunntal. Und ich fragte mich manchmal auch, still und heimlich, warum diese Route nie veröffentlicht wurde. Nun weiß ichs. Danke!
Bernhard Lechner am Freitag, 01. November 2019 23:58

...also wegen mir hättest du dich nicht beim Bosna verstecken müssen. Was mir der Ernst, der Much und der Nede an Erstbegehungen weggeklettert sind, Wild und sexy, Mann ohne Grenzen und (ganz schlimm) im Zeichen der Kraft. Ich bin das gewohnt.
Ich seh das anders: da habe ich eine Woche geschuftet wie der Böse, hundert oder mehr Bolts reingedreht, geschneit hats im November und ich war vom 150 m - Jümarn mit Rucksack so fertig, dass es mich fast umgedreht hätte und ich dann bis zum Frühjahr kopfüber gehangen wäre...
Bei den oberen Seillängen: mit drei Seilen und zwei Rucksäcken die Bärnschützklamm rauf, dann irgendwie rüber zum Brunntal über Schnee und Schrofen...
...und... und dann klettert kein Schwein die Tour.

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...also wegen mir hättest du dich nicht beim Bosna verstecken müssen. Was mir der Ernst, der Much und der Nede an Erstbegehungen weggeklettert sind, Wild und sexy, Mann ohne Grenzen und (ganz schlimm) im Zeichen der Kraft. Ich bin das gewohnt. Ich seh das anders: da habe ich eine Woche geschuftet wie der Böse, hundert oder mehr Bolts reingedreht, geschneit hats im November und ich war vom 150 m - Jümarn mit Rucksack so fertig, dass es mich fast umgedreht hätte und ich dann bis zum Frühjahr kopfüber gehangen wäre... Bei den oberen Seillängen: mit drei Seilen und zwei Rucksäcken die Bärnschützklamm rauf, dann irgendwie rüber zum Brunntal über Schnee und Schrofen... ...und... und dann klettert kein Schwein die Tour.